Eine Frage auf Facebook
Auf Facebook fragte jemand, ob es bei den Flughäfen nicht Flughafenkarten geben könnte. Die amtlichen sind für Piloten gemacht und fast überall durch Lizenzen geschützt, also übernehmen wir sie nicht.
Wir zeichnen sie deshalb selbst, aus den offenen Daten von OpenStreetMap und OurAirports. Das funktioniert bei jedem Flughafen, dessen Pisten in den Daten stehen – ob Atlanta mit fünf Pisten oder Brno mit einer betonierten und einer Graspiste daneben.
Offene Daten sind keine fertige Karte, und die Zeichnung muss zugeben, wo sie sich behilft. Wo die Länge einer Piste in den Daten fehlt oder nicht zur gezeichneten Form passt, messen wir sie selbst aus der Geometrie und setzen eine Tilde vor die Zahl. Eine Graspiste zeichnen wir als Umriss, wie es auf amtlichen Karten üblich ist. Und ein Flughafen, den in OpenStreetMap noch niemand eingezeichnet hat, bekommt wenigstens die Pisten aus OurAirports und einen Satz dazu, warum dort nicht mehr ist.

Bis zur Abstellposition
Rollwege heißen nach den Buchstaben des Buchstabieralphabets, Alpha, Bravo, Charlie, und wo die Buchstaben ausgehen, kommen Zahlen dazu: A1, A2. Die Buchstaben I, O und X empfiehlt die ICAO nicht, weil man sie mit einer Eins, einer Null und dem Kreuz verwechseln könnte, das eine gesperrte Fläche markiert. Die Pistennummer ist der Kompasskurs, auf Zehnergrade gerundet, Piste 24 zeigt also etwa auf 240°, und parallele Pisten bekommen L, C und R dazu.
Atlanta hat fünf parallele Pisten, die genau gleich ausgerichtet sind, und trotzdem heißen sie 8, 9 und 10. Links, Mitte und rechts reichen für fünf Pisten nicht, also haben sich die Nachbarn weitere Nummern geborgt. In unserer Tabelle haben alle fünf denselben Kurs, denn die Tabelle gibt den geografischen Kurs an, nicht den magnetischen. Deshalb hat dort auch die Prager Piste 06 den Kurs 065°: Der Kompass zeigt in Prag ein paar Grad neben den geografischen Norden, und Pisten werden nach dem Kompass nummeriert.
Auf der Übersicht stehen die Pisten mit Nummern an den Enden und Abmessungen, die Rollwege mit Namen, nummerierte Abstellpositionen, Haltepunkte, Terminals und der Tower. Nordpfeil, Maßstab und die Höhe des Flughafens sind immer dabei. Man kann so nah heranzoomen, dass sich die einzelnen Positionen an den Flugsteigen lesen lassen.
Reisende sehen, an welcher Position ihr Flugzeug ankommen wird. Spotter sehen, wie zur Piste gerollt wird, und Simulatorpiloten gehen den Weg vom Terminal zur Piste ab, bevor sie ihn fliegen. Und wer den Tower mithört, weiß endlich, wo Alpha ist und wo genau vor Piste 24 gewartet wird.


Nur zur Veranschaulichung, nicht zur Navigation
Vor jeder Einfahrt auf eine Piste liegt ein Haltepunkt. Auf dem Asphalt markieren ihn vier gelbe Linien quer über den Rollweg, zwei durchgezogene und zwei unterbrochene, und an vielen Flughäfen gehört dazu eine Reihe roter Lampen, die in den Belag eingelassen sind. Ohne Freigabe des Towers überfährt sie niemand. Auf unserer Übersicht ist das eine rote Linie quer über den Rollweg.
„Nur zur Veranschaulichung, nicht zur Navigation“ steht deutlich oben auf jeder Übersicht, und das meinen wir ernst. Manches fehlt absichtlich: magnetische Kurse, ILS, Frequenzen, versetzte Pistenschwellen und nutzbare Pistenlängen. Wer nach einer Karte fliegt, soll eine haben, für die jemand geradesteht. Die Übersicht lässt sich als SVG oder PNG herunterladen und ausdrucken, und darunter steht eine Pistentabelle mit Länge, Breite, Belag und Kurs.
Seit dem 1. Oktober zeigt die Übersicht auch Live-Flugzeuge. Stehende sind ocker, rollende blau, landende und startende tragen einen Pfeil, und ein Notfall bekommt einen roten Kreis. Eine geschätzte Position wird als gestrichelter Umriss gezeichnet, nichts verblasst. Flugzeuge in der Luft knapp außerhalb des Ausschnitts bekommen einen Pfeil am Rand, und unter der Übersicht steht derselbe Verkehr als schlichte Liste, die auch ein Screenreader vorliest. Scrollen Sie die Übersicht aus dem Bild, hält sie an, und wenn Sie den Browser-Tab ausblenden, schließt sie auch die Verbindung. Die heruntergeladene Datei und der Ausdruck lassen die Flugzeuge weg und bleiben ein sauberer Plan.

Woher sie stammt
Jede heruntergeladene Übersicht, ob SVG oder PNG, und jeder Ausdruck trägt in der unteren Ecke das Logo von map.flights und daneben die Adresse map.flights/airport/ mit dem Code des Flughafens. Sie ist groß genug, um sie auch auf Papier zu lesen – wer die Übersicht im Vereinsheim aufhängt oder weiterschickt, weiß also, woher sie stammt.
Auf dem hellen Blatt liegt das Logo auf einer graublauen Platte, denn unsere gelbe Stecknadel würde auf weißem Papier verschwinden. Die Datei ist eigenständig: Das Logo ist eine Vektorgrafik direkt im SVG, ohne Schriften und Bilder von anderswo, und im SVG ist die Adresse anklickbar. Der Dank an OpenStreetMap steht genau da, wo er immer stand.

„Halten Sie vor Piste 24“ hat jetzt einen Platz auf der Karte: eine rote Linie quer über den Rollweg kurz vor der Piste.
