map.flightsdie Geschichte

Folge 20 von 23September 2026

Ein Flugzeug auf 32 Pixeln

Ein Symbol so groß wie ein Fingernagel, und trotzdem unterscheiden Sie einen A380 von einem Regionaljet: Jede Silhouette auf der Karte ist unser eigenes 3D-Modell, genau von oben gesehen.

Silhouetten, gezeichnet aus unseren 3D-Modellen
Die ursprünglichen acht Silhouettenformen
8 FormenFamilien aus 3D-Modellen
Dieselben Flugzeugtypen vorher und nachher. Ziehen Sie den Schieberegler.

Das Flugzeug sagt nicht, was es ist

Ein Flugzeug meldet viel über sich in die Welt: Position, Höhe, Geschwindigkeit, Callsign und eine eindeutige Adresse, die ihm sein Registrierungsstaat zugeteilt hat, so etwas wie eine Personenkennziffer. Es fügt auch eine grobe Kategorie hinzu: leicht, groß, schwer, Hubschrauber, Segelflugzeug. Welcher Typ es ist, sagt es aber nie. Den Typ suchen wir über diese Adresse in den Luftfahrzeugregistern, und wo wir nichts finden, zeichnet die Karte einen schlichten Pfeil. Der ist ehrlich: Dieses Flugzeug hören wir, aber wir wissen nicht, was es ist.

Angefangen haben wir mit acht Silhouetten: Schmalrumpf, Großraum, doppelstöckig, Frachter, Businessjet, Propeller, Hubschrauber, Segelflugzeug. Den Typ soll man an Umriss, Größe und Farbe erkennen, denn Details gehen in dieser Größe ohnehin verloren. Heute ist das Symbol auf der Karte pixelgenau so wie im Entwurf, auf jedem Display.

Scharf in jedem Winkel

Das Symbol dreht sich mit dem Kurs, und das ist schwieriger, als es aussieht. Ein gewöhnliches Bild wird beim Drehen unscharf, verliert hier und da ein Pixel und scheint in manchen Winkeln zu schrumpfen oder zu wachsen. Auf einer Karte, auf der Flugzeuge ständig kurven, würde der ganze Himmel flimmern.

Unsere Silhouetten bleiben in jedem Winkel gleich groß und gleich scharf, auf jedem Display und bei jeder Zoomstufe. Ein Flugzeug, das nach Nordosten fliegt, sieht genauso aus wie eines, das nach Süden fliegt, nur gedreht.

Zoomen Sie auf einen ganzen Kontinent heraus, schrumpft das Symbol auf sechzehn Pixel, und die Karte zeichnet nur noch ein paar vereinfachte Formen. Auch dort gilt aber eine Regel: Ein Jet hat keinen Propeller. Ein Businessjet darf aus der Ferne nicht wie eine Cessna aussehen, sonst würde die Karte über Europa bei Hunderten Flugzeugen auf einmal lügen.

Aus 3D-Modellen zurück in 2D

Ein Spotter unterscheidet einen Airbus A320 von einer Boeing 737 auf den ersten Blick: Die 737 sitzt tiefer am Boden, hat eine spitzere Nase und anders geformte Cockpitfenster. Von oben und in Symbolgröße bleibt davon aber nichts übrig. Auf 32 Pixeln überdecken sich die Umrisse beider Flugzeuge zu 95 Prozent, eine Form pro Typ würde die Zeichnung also nur aufblähen und nichts aussagen. Familien sagen etwas aus.

Als die 3D-Modelle für die Flughafenansicht entstanden, lag die Frage nahe: Warum die Silhouette nicht direkt aus ihnen zeichnen? Seit dem 26. September hat die Karte rund vierzig Silhouettenfamilien, und jede ist ein Blick genau von oben auf unser eigenes 3D-Modell: Schmalrumpf-Zweistrahler, die vierstrahlige 747, der doppelstöckige A380, dreistrahlige MD-11, Regionaljets mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk, ATR-Turboprops, Hubschrauber nach Größe, der Chinook mit zwei Rotoren hintereinander oder Deltaflügler mit Entenflügeln wie Eurofighter und Rafale.

Der Blick von oben zeigt nur, was von oben zu sehen ist. Bei Schulterdeckern wie der ATR oder der Dash 8 verdeckt der Flügel die Unterseite von Rumpf und Triebwerksgondeln, bei einem Tiefdecker verdeckt umgekehrt der Rumpf die Flügelwurzel. Damit das Symbol nicht seine Flügelspitzen und Leitwerksflächen verliert, sind Rumpf und Flügel etwas kräftiger als in Wirklichkeit, gerade so viel, dass die Form auf ein paar Pixeln überlebt.

Die Größe des Symbols richtet sich nach dem echten Typ, aber sanfter als die Wirklichkeit. Ein A380 ist fast neunmal länger als eine Cessna 172. Wäre sein Symbol neunmal größer, bliebe von der Cessna entweder ein Punkt, oder der A380 verdeckte den halben Flughafen. So ist ein großes Flugzeug auf den ersten Blick groß und ein kleines noch lesbar.

Rotoren, die sich wirklich drehen

Der Hauptrotor eines Hubschraubers macht Hunderte Umdrehungen pro Minute, der Propeller eines Turboprops noch mehr. Bilder von etwas, das sich dreht, können lügen: Wer einen Western gesehen hat, kennt die Kutschenräder, die im Film rückwärts laufen. Es reicht, dass sich das Rad zwischen zwei Bildern fast um eine ganze Lücke zwischen den Speichen weiterdreht, und das Auge deutet es umgekehrt.

Seit dem 28. September drehen sich auf der Karte die Rotoren aller Hubschrauber und die Propeller aller Propellerflugzeuge, von der Cessna bis zur Hercules. Ein Rotor ist eine sanft getönte Scheibe mit zwei bis fünf Blättern. Zwischen zwei Bildern dreht er sich immer nur ein kleines Stück weiter, viel weniger, als die Lücke zwischen den Blättern beträgt, sodass er nie stehen bleibt oder rückwärts läuft. Jets haben nichts davon.

Ein Hubschrauber, der am Boden steht, hat ruhende Blätter und keine Scheibe. Wer auf seinem Gerät reduzierte Bewegung eingestellt hat, sieht die Rotoren ebenfalls stillstehen. Und ein Flugzeug, das mit dem Code 7700 einen Notfall oder mit 7600 einen Funkausfall meldet, kommt auf der Karte durch jeden Filter: Selbst wenn Sie sich nur Hubschrauber anzeigen lassen, versteckt die Karte keinen Notfall.

Dieselben sechs Symbole mit sich drehenden Rotor- und Propellerscheiben
Sechs Kartensymbole mit Rotoren und Propellern als dünne Linien gezeichnet
früherheute
Ein Hubschrauber, eine Cessna, eine ATR 72, ein am Boden stehender Hubschrauber, der zweirotorige Chinook und zum Vergleich ein A320, so wie die Karte sie zeichnet. Ziehen Sie den Schieberegler.

Die Streben unter dem Flügel der Cessna fehlen in ihrer Silhouette, denn von oben sehen Sie sie auch am echten Flugzeug nicht.