map.flightsdie Geschichte

Folge 11 von 23September–Oktober 2026

Wenn es am Flughafen dunkel wird

Grün am Anfang der Piste, rot an ihrem Ende, blau entlang der Rollwege und ein weißer Blitz, der zweimal pro Sekunde zur Schwelle läuft. Die Lichter eines Flughafens sind eine Sprache, und unsere 3D-Flughäfen sprechen sie nachts – bis hin zu den Masten an den Abstellpositionen, der beleuchteten Towerkanzel und den Dörfern hinter dem Zaun.

Heathrow nachts in 3D aus dem Anflug auf Piste 27L: die weiße Anflugbefeuerung mit ihren Querbalken führt zur Piste, grüne Rollweg-Mittellinien und dahinter die Lichter des Flughafens
Piste 27L in Heathrow bei Nacht, von dort aus gesehen, wo ein Pilot im Anflug wäre, mit der Anflugbefeuerung, die die Piste wirklich hat. Die Kamera haben wir in einer Testversion der Seite dorthin gestellt; in der App lässt sich die Ansicht höchstens auf 78° neigen, genau diesen Winkel bekommen Sie dort also nicht.

Jedes Licht an seinem Platz

Die Lichter auf einem Flughafen sind keine Dekoration, sondern eine Sprache. Die Pistenränder leuchten weiß und auf den letzten sechshundert Metern gelb. Die Mittellinie ist weiß, zum Ende hin wechselt sie rot und weiß, und auf den letzten dreihundert Metern leuchtet sie nur noch rot – so weiß der Pilot, wie viel Piste ihm bleibt. Der Pistenanfang ist grün, das Ende rot, und die Lichter strahlen dorthin, wohin sie sollen: Wer landet, sieht an seiner Schwelle Grün und Weiß, Rot erst am fernen Ende. Rollwege haben eine grüne Mittellinie und blaue Ränder, und quer über der Einfahrt zur Piste liegt ein roter Stoppbalken, den ohne Freigabe niemand überfährt.

Vor der Piste führt die Anflugbefeuerung den Piloten heran. Eine Reihe weißer Lichter in der Mittellinie, Querbalken, bei Präzisionsanlagen rote seitliche Reihen und bei vielen davon das „Rabbit“, ein Blitz, der zweimal pro Sekunde zur Piste läuft. Neben der Piste stehen die vier Lichter des PAPI. Zwei weiße und zwei rote heißen, dass das Flugzeug genau auf dem Gleitweg ist, vier weiße, dass es zu hoch ist, vier rote, dass es zu tief ist. In unserer Szene wird die Farbe jedes PAPI-Lichts aus dem Winkel berechnet, unter dem die Kamera es sieht – wer zu steil von oben hereinkommt, sieht vier weiße.

Nicht jedes Pistenende hat dieselbe Anlage, und genau hier haben wir am meisten gelernt. Die erste Version schätzte sie nach der Größe des Flughafens, und an drei Pisten in Los Angeles haben uns die Daten eines Besseren belehrt: Nach der Länge gehörte dorthin die lange Anlage mit roten Seitenreihen, in Wirklichkeit haben sie eine einfachere, mit festen Lichtern auf den ersten vierhundert Metern und danach nur noch Blitzen. Heute bekommt jedes Pistenende die Anlage, die es wirklich hat, überall dort, wo offene Luftfahrtdaten oder OpenStreetMap sie kennen, samt PAPI am echten Ort und mit echtem Winkel. Wo es niemand weiß, zeichnen wir höchstens die einfache und erfinden keine Präzisionsanlage.

Und nicht jedes Ende leuchtet. Auf einem echten Flughafen brennt die Anflugbefeuerung an dem Ende, auf dem gelandet wird. Welches das ist, erkennen wir am Verkehr – am anderen Ende erlöschen also Anflugbefeuerung, Rabbit und PAPI, während die Piste selbst weiter leuchtet. Was wir nicht wissen, ist, welche Lampen in genau diesem Moment eingeschaltet sind. Die Szene zeigt deshalb, wie der Flughafen gewöhnlich beleuchtet ist – ein Live-Schaltpult ist sie nicht.

Piste 24 in Prag nachts aus dem Anflug: eine lange Reihe weißer Anfluglichter führt zur Piste, dahinter der Flughafen und die grünen Lichter der Rollwege
Heathrow nachts von oben: zwei beleuchtete Pisten, gelbgrüne Lichter der Rollwege, angestrahlte Abstellpositionen rund um die Terminals
Die Prager Piste 24 aus dem Anflug, mit der Kamera wie oben in einer Testversion aufgestellt, und Heathrow von oben mit Pisten, Rollwegen und angestrahlten Abstellpositionen. Die Flugzeuge in Heathrow sind simulierter Verkehr, für das Bild hinzugefügt.

Am besten liest man das PAPI aus der Nähe. Von derselben Stelle 350 Meter vor der Pistenschwelle leuchten ein Stück über dem Gleitweg alle vier Lichter weiß, ein Stück darunter eines weiß und drei rot. Wo eine Piste keine Anflugbefeuerung hat, kann ein Paar weißer Blitze den Pistenanfang markieren, und die zeichnen wir nur dort, wo die Daten es sagen, oder in den USA, wo sie üblich sind. Zwischen Piste und Rollhalteort wechselt die Mittellinie des Rollwegs zwischen Gelb und Grün, ein Rollweg außer Betrieb bleibt dunkel, und ebenso eine alte Piste, die die Karte nur noch als befestigte Fläche führt.

PAPI-Lichter links der Prager Piste 24 bei Nacht: alle vier weiß, darunter die grüne Pistenschwelle und die weißen Lichter der Piste und der Aufsetzzone
Dasselbe PAPI von derselben Stelle ein Stück tiefer: eines weiß und drei rot, davor die grüne Pistenschwelle und die weißen Pistenlichter
Das PAPI der Prager Piste 24 aus 350 Metern vor der Pistenschwelle: ein Stück zu hoch vier weiße, ein Stück zu tief ein weißes und drei rote. Die Farbe ergibt sich aus dem Winkel, unter dem die Kamera jedes Licht sieht. Kamera in einer Testversion aufgestellt.

Masten, Fenster und Flugzeuge

Die Abstellpositionen beleuchten hohe Masten mit einem Bündel Scheinwerfer oben. Unsere haben wie die echten einen rot-weiß gestreiften Schaft und darunter warme Lichtpfützen auf dem Beton. Sie stehen an den Terminals, nicht auf abgelegenen Frachtvorfeldern, und nie in einer Fluggastbrücke. Tagsüber stehen sie auch da, nur ohne Licht. Die Kartendaten sagen über Masten nichts, ihre Positionen sind also unsere Schätzung. Ein geparktes Flugzeug darunter ist von oben angestrahlt, mit hellem Rücken und Leitwerk und dem Bauch im Halbschatten, und es wirft einen Schatten weg vom nächsten Mast.

Die Flugzeuge haben auch eigene Lichter: rot an der linken Flügelspitze, grün an der rechten, weiß hinten, ein rotes Beacon und weiße Strobes, und jedes blinkt in seinem eigenen Rhythmus, sodass der Flughafen nie auf einen Schlag aufblitzt. Die Landescheinwerfer gehen beim Startlauf, beim Ausrollen und tief über dem Boden an und weiter oben aus, am Boden brennt der Rollscheinwerfer, solange das Flugzeug fährt. Ein stehendes Flugzeug mit abgestellten Triebwerken leuchtet nicht selbst, es wird von den Masten angestrahlt.

An den Pisteneinfahrten blinken Wig-Wags, Paare gelber Lampen, die sich etwa fünfzigmal pro Minute abwechseln, jedes Paar in seinem eigenen Takt. Und die Gebäude leuchten, nicht aufs Geratewohl. Der Kontrollturm hat nur seine verglaste Kanzel erleuchtet, das Terminal ein Glasband auf jedem Stockwerk, das Parkhaus Streifen entlang der Ebenen, Büros und Hotels einzelne Fenster, von denen nur ein Teil leuchtet, und ein Hangar ein paar Lampen über dem Tor – und wenn das Tor offen ist, auch die Halle drinnen. Angefangen hat es damit, dass ein Terminal in Los Angeles sechs Fensterreihen hatte, als hätte es sechs Stockwerke. Jetzt zählen wir die Geschosse.

Die Prager Abstellpositionen bei Nacht: Flugzeuge an den Fluggastbrücken, Lichtpfützen unter den Masten, die Verglasung des Terminals und im Hintergrund der Kontrollturm
Abstellpositionen in Prag bei Nacht. Die Flugzeuge sind von den Masten von oben angestrahlt, jedes mit seinem eigenen Schatten. Es ist simulierter Verkehr in beispielhaften Farben von Airlines, und die Positionen der Masten sind unsere Schätzung.

Der Prager Kontrollturm leuchtet zusätzlich auch am verglasten Sockel, Stockwerk für Stockwerk. Die Fenster flackern nicht, wenn Sie die Kamera drehen, und aus großer Höhe blenden sie sanft aus, damit die Umrisse der Gebäude nicht ineinanderlaufen. Flugzeuge am Boden haben nachts einen dünnen hellen Ring um sich, damit sie zwischen den Lichtern des Flughafens nicht untergehen. Auf der niedrigsten Qualitätsstufe, die meist ein Smartphone bekommt, werfen abgestellte Flugzeuge keinen Schatten.

Ein gestreifter Mast mit Scheinwerfern im Vordergrund am Prager Flughafen, hinter dem Terminaldach der Kontrollturm mit seiner beleuchteten verglasten Kanzel
Gebäude in Heathrow bei Nacht: Parkhäuser mit leuchtenden Geschossbändern und ein Hotel mit einzelnen erleuchteten Fenstern, im Hintergrund angestrahlte Abstellpositionen
Ein gestreifter Mast an einer Prager Abstellposition mit der beleuchteten Towerkanzel dahinter und die Parkhäuser in Heathrow, die Stockwerk für Stockwerk leuchten, neben einem Hotel mit einzelnen Fenstern. In beiden Ansichten simulierter Verkehr.

Masten aus der Nähe

Aus der Nähe sieht nicht jeder Vorfeldmast gleich aus. Ein hoher trägt seine Scheinwerfer auf einer Krone: einem Kreuz aus vier Armen oder einem Ring aus Lampen um eine kleine Plattform, manchmal auf zwei Ebenen. Am Terminal steht ein schlanker Mast mit T-förmigem Kopf, der das Vorfeld beleuchtet und nie das Glas, und ein kleiner Flugplatz bekommt einen schlichten Mast mit einem kurzen Bündel Lampen. Am Fuß des Masts steht ein Sockel mit einem Schaltschrank.

Nachts wirft jede Lampe einen Lichtkegel auf den Beton und leuchtet mit einem weichen Lichthof. Fliegen Sie näher heran, geht der Lichthof des ganzen Kopfes in das Leuchten der einzelnen Scheinwerfer über, ohne Sprung.

Dieselben zwei Masten bei Nacht: Die Scheinwerfer leuchten, Lichtkegel fallen auf den Boden, und rote Hindernisfeuer brennen an den Schäften
Zwei gestreifte Masten bei Tag: vorne eine Krone mit einem Ring aus Scheinwerfern um eine Plattform, dahinter ein Kreuz aus vier Armen
tagsübernachts
Vorne ein Ring aus Scheinwerfern, dahinter ein Kreuz, bei Tag und bei Nacht, in einer Testszene unserer 3D-Ansicht ohne Verkehr. Ziehen Sie den Schieberegler.

An den Prager Abstellpositionen steht derselbe Mast am Rand des Vorfelds, mit roten Hindernisfeuern an der Spitze und auf halber Höhe des Schafts.

Ein gestreifter Vorfeldmast in Prag bei Nacht mit beleuchteter Krone, roten Hindernisfeuern und einem Sockel am Fuß, dahinter das Vorfeld und das Terminal
Ein Vorfeldmast in Prag bei Nacht. Die Positionen der Masten sind unsere Schätzung.

Dämmerung, und die Dörfer gehen an

Die Nacht kommt nicht mit einem Klick. Die Szene weiß, wo über welchem Flughafen die Sonne steht, live und bei der Wiedergabe, und der Tag geht in die Nacht über wie draußen. Der Boden wird früher dunkel als der Himmel, die Lichter des Flughafens gehen schon vor der völligen Dunkelheit an, und eine Weile ist der Horizont noch hell, während die Pisten schon leuchten. Über allem steht der Mond in seiner echten Phase, die beleuchtete Seite zur Sonne, und Sterne gehen nur auf, wenn die letzte Meldung klaren Himmel meldet.

Dann gehen die Straßen an, und hier haben wir lange einen Fehler gemacht, den man erst sieht, wenn man nachts anfliegt. Jede Straße leuchtete je nach ihrer Klasse orange, sodass sich über Buštěhrad, gleich westlich des Prager Flughafens, leuchtende Bänder über die Felder von einem Dorf zum nächsten zogen. Wer nachts über Tschechien fliegt, sieht Lichtinseln und dazwischen Dunkelheit: Die Laternen stehen in den Ortschaften, die Straße über das Feld ist fast überall dunkel, und man erkennt sie höchstens an den Scheinwerfern der Autos.

Heute entscheidet deshalb die bebaute Fläche: Wohnen, Geschäfte, Industrie, Schulen und Krankenhäuser, denn Fabrikgelände und Krankenhausareale leuchten die ganze Nacht. Das Licht folgt der Straße im Ort, nicht der ganzen Landstraße. Das Stück, das durch das Dorf führt, leuchtet, und sobald die Straße hinter den letzten Häusern hinausführt, wird sie dunkel. Wo die Karte eine Stadt nur aus Straßen zeichnet, wie es in Indien oder im Nahen Osten oft der Fall ist, verrät sie die Dichte der Straßen, sonst bliebe Delhi dunkel wie ein Feld. Geprüft haben wir das an Straßen, von denen die Karte weiß, dass sie beleuchtet sind: Sie leuchten weiterhin zu etwa 91 Prozent, und der Anteil der Straßen, die rund um Kladno – woher die erste Beschwerde kam – zu Unrecht leuchteten, sank von 18 auf 8,5 Prozent. Null wird es nicht. Am Ortsrand, wo die Häuser sich lichten, lässt sich aus den Daten nicht erkennen, ob dort noch eine Laterne steht.

Derselbe Blick auf Buštěhrad: Die Straßen im Ort leuchten weiter, die Straßen über die Felder sind dunkel, am Horizont der Flughafen
Buštěhrad nahe dem Prager Flughafen nachts in 3D: Die Straßen im Ort leuchten und mit ihnen auch die Straßen über die Felder zwischen den Dörfern
alle Straßennur Ortschaften
Der Rand von Buštěhrad, derselbe Blick. Links leuchtet jede Straße, rechts nur die Straßen in den Ortschaften. Ziehen Sie den Schieberegler.

Die Lichter rund um den Flughafen werden nur nachts berechnet, und die Stadt bleibt Hintergrund, sodass sie den Flughafen nie überstrahlt. Zwei Stunden eines Oktoberabends über dem Prager Flughafen, auf elf Sekunden zusammengezogen, zeigen, in welcher Reihenfolge das alles geschieht.

Der Prager Flughafen mit Umgebung am 5. Oktober 2026 von 15:50 bis 17:50 UTC, alle fünf Minuten ein Bild, ohne Verkehr. Die Pisten gehen an, solange der Himmel noch hell ist, danach die Dörfer.

Wer zu steil zur Piste herunterkommt, sieht das PAPI viermal weiß – berechnet aus dem Winkel, unter dem unsere Kamera es sieht.